Religion und Ökonomie bei Niklas Luhmann

Nonfiction, Social & Cultural Studies, Social Science, Sociology, Marriage & Family
Cover of the book Religion und Ökonomie bei Niklas Luhmann by Francis Müller, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Francis Müller ISBN: 9783638067904
Publisher: GRIN Verlag Publication: June 24, 2008
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Francis Müller
ISBN: 9783638067904
Publisher: GRIN Verlag
Publication: June 24, 2008
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Soziologie - Religion, Note: Sehr gut, Universität Luzern, 28 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Während Kapitel 2 den historischen Prozess der Differenzierung beschreibt, werden in den folgenden Kapiteln Funktionssysteme und ihre Eigenheiten betrachtet. Wie andere Systeme betrachtet Niklas Luhmann das ökonomisches System als ein kommunikatives Geschehen, für ihn ist 'Wirtschaft immer auch ein Vollzug von Gesellschaft' (Luhmann 1994: 8). Das zentrale Merkmal ist Geld, das im Anschluss an Talcott Parsons als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium definiert wird. Es entspricht dem Wesen eines Mediums, dass es neue Kommunikationen herstellen kann (vgl. Luhmann 2005: 25-33). Geld hat damit also einen subversiven Charakter, weil es durch einen binären Code Zahlen/Nichtzahlen auf Stratifizierung basierende Sozialordnungen unterwandert und verändert. Kapitel 3 bringt das Geldtheorem von Viviana Zelizer in Beziehung mit Luhmann: Sie geht davon aus, dass es nicht ein Geld gibt, sondern zahlreiche Gelder, die Ausdruck zahlreicher sozialer Beziehungen sind. Kapitel 4 behandelt die Religion. Grundsätzlich geht Niklas Luhmann bei der Definition von Religion von einer funktionalistischen Perspektive aus, die auf Emile Durkheim basiert. Bei Durkheim ist Religion eine kollektive Angelegenheit (vgl. Durkheim 1994: 75), bei Luhmann eine kommunikative (vgl. Luhmann 2002: 40) - ein soziales Phänomen ist sie allemal. Durkheim erklärt die Religion anhand von Beobachtungen archaischer Gesellschaften und macht die Unterscheidung zwischen profanem und sakralem Raum zu ihrem universal gültigen Kernmerkmal. Wenn wir aber die moderne Gesellschaft mit Niklas Luhmann als funktional differenziert betrachten, dann verschiebt sich die Unterscheidung von sakral und profan an neue Systemgrenzen. Die Umwelt ist in der archaischen Gesellschaft territorial definiert. Mittels Magie wird die Transzendenz hinein in die Gesellschaft geholt und handhabbar (vgl. Luhmann 1998: 646). In einer funktional differenzierten Gesellschaft verhält sich dies anders: 'Was nicht zum System gehört, gehört deshalb zur Umwelt und umgekehrt - es sei denn, dass es überhaupt nicht existiert' (Luhmann 1993: 267). Die Umwelt eines Systems ist somit ein anderes System; eine Fremdreferenz. Es entstehen strukturelle Kopplungen der Systeme - wie zum Beispiel Almosen oder Kirchensteuern, die das religiöse und das ökonomische System koppeln.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Soziologie - Religion, Note: Sehr gut, Universität Luzern, 28 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Während Kapitel 2 den historischen Prozess der Differenzierung beschreibt, werden in den folgenden Kapiteln Funktionssysteme und ihre Eigenheiten betrachtet. Wie andere Systeme betrachtet Niklas Luhmann das ökonomisches System als ein kommunikatives Geschehen, für ihn ist 'Wirtschaft immer auch ein Vollzug von Gesellschaft' (Luhmann 1994: 8). Das zentrale Merkmal ist Geld, das im Anschluss an Talcott Parsons als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium definiert wird. Es entspricht dem Wesen eines Mediums, dass es neue Kommunikationen herstellen kann (vgl. Luhmann 2005: 25-33). Geld hat damit also einen subversiven Charakter, weil es durch einen binären Code Zahlen/Nichtzahlen auf Stratifizierung basierende Sozialordnungen unterwandert und verändert. Kapitel 3 bringt das Geldtheorem von Viviana Zelizer in Beziehung mit Luhmann: Sie geht davon aus, dass es nicht ein Geld gibt, sondern zahlreiche Gelder, die Ausdruck zahlreicher sozialer Beziehungen sind. Kapitel 4 behandelt die Religion. Grundsätzlich geht Niklas Luhmann bei der Definition von Religion von einer funktionalistischen Perspektive aus, die auf Emile Durkheim basiert. Bei Durkheim ist Religion eine kollektive Angelegenheit (vgl. Durkheim 1994: 75), bei Luhmann eine kommunikative (vgl. Luhmann 2002: 40) - ein soziales Phänomen ist sie allemal. Durkheim erklärt die Religion anhand von Beobachtungen archaischer Gesellschaften und macht die Unterscheidung zwischen profanem und sakralem Raum zu ihrem universal gültigen Kernmerkmal. Wenn wir aber die moderne Gesellschaft mit Niklas Luhmann als funktional differenziert betrachten, dann verschiebt sich die Unterscheidung von sakral und profan an neue Systemgrenzen. Die Umwelt ist in der archaischen Gesellschaft territorial definiert. Mittels Magie wird die Transzendenz hinein in die Gesellschaft geholt und handhabbar (vgl. Luhmann 1998: 646). In einer funktional differenzierten Gesellschaft verhält sich dies anders: 'Was nicht zum System gehört, gehört deshalb zur Umwelt und umgekehrt - es sei denn, dass es überhaupt nicht existiert' (Luhmann 1993: 267). Die Umwelt eines Systems ist somit ein anderes System; eine Fremdreferenz. Es entstehen strukturelle Kopplungen der Systeme - wie zum Beispiel Almosen oder Kirchensteuern, die das religiöse und das ökonomische System koppeln.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Currency Board System in Argentinien by Francis Müller
Cover of the book Einführen in die Rechnungseingangsprüfung - Prüfen von Wareneingangsrechnungen (Unterweisung Bürokaufmann / -kauffrau) by Francis Müller
Cover of the book Leadership Styles and School Performance by Francis Müller
Cover of the book Alternative Mobilitätsdienstleistungen am Beispiel Car-Sharing. Zukunft oder kurzfristiger Trend? by Francis Müller
Cover of the book Venezuela als Entwicklungsbeispiel für die Bundesrepublik Deutschland? by Francis Müller
Cover of the book Islamic Feminism. An overview of Islamic feminism activities with a focus on the Islamic feminism in the Islamic Republic of Iran by Francis Müller
Cover of the book Jesus zeigt einem Gelähmten, wie er sein Leben wieder lieben kann, Mk 2, 1-12 by Francis Müller
Cover of the book Gedächtnistraining für die Redepraxis by Francis Müller
Cover of the book Erstellen einer Bohrschablone (Unterweisung Konstruktionsmechaniker / -in) by Francis Müller
Cover of the book Die antike Mnemotechnik unter Berücksichtigung der Pythagoreer by Francis Müller
Cover of the book Characteristics of the Investment Market for Sustainable Property Investments by Francis Müller
Cover of the book Friedrich Dürrenmatt 'Der Besuch der alten Dame': Die Entwicklung der Zentralfigur und der Gesellschaft by Francis Müller
Cover of the book Was will uns diese Kunst? Zu Arthur C. Dantos Kunstphilosophie by Francis Müller
Cover of the book Kritische Betrachtung der Lernstandserhebungen und des Zentralabiturs in NRW by Francis Müller
Cover of the book 'Führen oder Wachsenlassen' nach Theodor Litt. Pädagogik des beginnenden 20. Jahrhunderts by Francis Müller
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy