Warum Kant transzendentale Schlüsse zieht

Kants Grundlegung zur Metaphysik der Sitten mit Blick auf das Kausalitätsprinzip und Humes Kausalschluss

Nonfiction, Religion & Spirituality, Philosophy, Modern
Cover of the book Warum Kant transzendentale Schlüsse zieht by Renate Enderlin, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Renate Enderlin ISBN: 9783640165520
Publisher: GRIN Verlag Publication: September 15, 2008
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Renate Enderlin
ISBN: 9783640165520
Publisher: GRIN Verlag
Publication: September 15, 2008
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts, Note: Sehr gut, Universität Wien (Philosophie), Veranstaltung: Lektüre Proseminar zu Hume und kant, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der erste Teil der PS-Arbeit ist mit Hume vor dem Problem gelandet, dass Erfahrungen und Erkenntnissen ihre objektive Gültigkeit und Notwendigkeit eingebüßt haben, was an der Kritik des Kausalschlusses und am Induktionsproblem sichtbar wurde. Dass sich der Induktionsschluss rein logisch nicht begründen lässt, weil aus zwei Prämissen ein Schluss gezogen wird, der nicht in den Prämissen enthalten ist, wurde an einem einfachen Beispiel (A ist sterblich, B ist sterblich > C wird auch sterblich sein) deutlich. Dieser induktive Schluss ist insofern unlogisch und falsch gezogen, als C in den Aussagen A und B nicht beinhaltet ist. Der Schluss ist zwar ein (unlogischer, nicht analytischer) Erweiterungsschluss, aber als solcher eben nicht wahrheitskonservierend. Die Induktion wird aber nicht nur im Bereich der Logik, sondern auch im Bereich der Empirie zum Problem. So wird der Kausalschluss bei Hume psychologisch entlarvt als subjektive Nötigung aus Gewohnheit. Hume hat aufgezeigt, dass sich rein logisch eine Wirkung nie notwendig aus einer Ursache begründen und sich eine Wirkung nie mit Sicherheit aus einer Ursache herleiten lässt, sondern wir immer nur von Wahrscheinlichkeiten sprechen können; und in ganz ähnlicher Weise wird auch der induktive Schluss psychologisch entlarvt, weil er so in den menschlichen Alltag integriert ist und uns die Schwäche des Induktionsschlusses wenig bewusst ist, dass dieser nämlich eine Prämisse voraussetzt (die, dass auch in Zukunft alles sein wird wie bisher) welche sich selber nicht wieder allein aus der Erfahrung begründen lässt. Hume spricht also einerseits von logischen, analytischen (rein formalen) Schlüssen und andererseits von Erweiterungsschlüsse aus der Empirie, die aber nicht mit Sicherheit, sondern mit bloßer Wahrscheinlichkeit gelten.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts, Note: Sehr gut, Universität Wien (Philosophie), Veranstaltung: Lektüre Proseminar zu Hume und kant, 8 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Der erste Teil der PS-Arbeit ist mit Hume vor dem Problem gelandet, dass Erfahrungen und Erkenntnissen ihre objektive Gültigkeit und Notwendigkeit eingebüßt haben, was an der Kritik des Kausalschlusses und am Induktionsproblem sichtbar wurde. Dass sich der Induktionsschluss rein logisch nicht begründen lässt, weil aus zwei Prämissen ein Schluss gezogen wird, der nicht in den Prämissen enthalten ist, wurde an einem einfachen Beispiel (A ist sterblich, B ist sterblich > C wird auch sterblich sein) deutlich. Dieser induktive Schluss ist insofern unlogisch und falsch gezogen, als C in den Aussagen A und B nicht beinhaltet ist. Der Schluss ist zwar ein (unlogischer, nicht analytischer) Erweiterungsschluss, aber als solcher eben nicht wahrheitskonservierend. Die Induktion wird aber nicht nur im Bereich der Logik, sondern auch im Bereich der Empirie zum Problem. So wird der Kausalschluss bei Hume psychologisch entlarvt als subjektive Nötigung aus Gewohnheit. Hume hat aufgezeigt, dass sich rein logisch eine Wirkung nie notwendig aus einer Ursache begründen und sich eine Wirkung nie mit Sicherheit aus einer Ursache herleiten lässt, sondern wir immer nur von Wahrscheinlichkeiten sprechen können; und in ganz ähnlicher Weise wird auch der induktive Schluss psychologisch entlarvt, weil er so in den menschlichen Alltag integriert ist und uns die Schwäche des Induktionsschlusses wenig bewusst ist, dass dieser nämlich eine Prämisse voraussetzt (die, dass auch in Zukunft alles sein wird wie bisher) welche sich selber nicht wieder allein aus der Erfahrung begründen lässt. Hume spricht also einerseits von logischen, analytischen (rein formalen) Schlüssen und andererseits von Erweiterungsschlüsse aus der Empirie, die aber nicht mit Sicherheit, sondern mit bloßer Wahrscheinlichkeit gelten.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Soziale Phobie: Angeboren oder erlernt? by Renate Enderlin
Cover of the book Exegese zu Proverbien 3,13-26 - Weisheit als Lebenshilfe by Renate Enderlin
Cover of the book Supervision in der Erwachsenenbildung by Renate Enderlin
Cover of the book Stereotype Einflüsse auf das interkulturelle Verhalten by Renate Enderlin
Cover of the book Der Schauspieler im Medialsystem des Theaters by Renate Enderlin
Cover of the book Tod an der Mauer - Wie die Deutschen mit ihrer Vergangenheit umgehen by Renate Enderlin
Cover of the book Beobachtung von Säuglingen und Kleinkindern - Ausgewählte Methoden der Kindheits- und Jugendforschung by Renate Enderlin
Cover of the book Surrealistische Malerei im Religionsunterricht der Grundschule. Wie kann moderne Kunst produktiv verwendet werden? by Renate Enderlin
Cover of the book Komik-Konzepte im interkulturellen Vergleich. Das Beispiel 'The Office' / 'Stromberg' by Renate Enderlin
Cover of the book Vor 90 Jahren: Erste Abiprüfungen in Wittenberge by Renate Enderlin
Cover of the book In love with a murderer. Why do women date convicted violent offenders? by Renate Enderlin
Cover of the book Der steinerne Weg zu einer gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik by Renate Enderlin
Cover of the book Der 'Cento Nuptialis' des Ausonius. Ein Beispiel für Modernität und Subversion in der Literatur der Spätantike by Renate Enderlin
Cover of the book Ablaufen-Sprintstart in der Leichtahletik - Lehrprobe by Renate Enderlin
Cover of the book Entwicklung eines Marketing-Controlling Konzeptes für Nonprofit-Organisationen by Renate Enderlin
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy