Neaira, eine Hetäre, die sich das Bürgerrecht erschwindeln wollte?

Eine Betrachtung des athenischen Bürgerrechts in Hinblick auf die Schriftklage des Apollodoros

Nonfiction, History, Ancient History
Cover of the book Neaira, eine Hetäre, die sich das Bürgerrecht erschwindeln wollte? by Christina Gieseler, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Christina Gieseler ISBN: 9783640592715
Publisher: GRIN Verlag Publication: April 14, 2010
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Christina Gieseler
ISBN: 9783640592715
Publisher: GRIN Verlag
Publication: April 14, 2010
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 1,3, Bergische Universität Wuppertal (Alte Geschichte), Veranstaltung: Griechische Sozialgeschichte, Sprache: Deutsch, Abstract: Um ca. 340 v. Chr. reichte Apollodoros von Pasion über seinen Schwiegersohn Theomnestos eine Schriftklage gegen Neaira ein, welche die Lebensgefährtin seines politischen Gegners Stephanos war. Als Begründung dieser Klage gibt Theomnestos an, dass an Stephanos Rache geübt werden solle, was als akzeptables Motiv für eine Klage angesehen wurde. Hintergrund dafür bildeten eine politisch begründete Feindschaft und vorherige Rechtsstreitigkeiten, durch die Stephanos der Familie des Apollodoros massiv geschadet hat. Die Intention der Rede 'Gegen Neaira' war es das Gericht davon zu überzeugen, dass die Fremde und weitbekannte ehemalige Hetäre Neaira mit dem athenischen Bürger Stephanos in Ehegemeinschaft lebte,was durch ein Gesetz untersagt und strafbar war.5 Durch eine Ehe mit Stephanos soll Neaira ihren Status als Fremde verschleiert haben, um ihren Kindern den Status von athenischen Bürgern zu verschaffen. So behauptet zum Beispiel Apollodoros, dass Stephanos Neairas Tochter Phano als vermeintliche Bürgerstochter ausgegeben hat, um sie mit einem athenischen Bürger zu verheiraten. Apollodoros bezog sich in seiner Rede auf Gesetze, die - falls er seinen Fall gewinnen würde - ernsthafte Konsequenzen für Neaira und Stephanos vor allem in Bezug auf ihren jeweiligen Rechtsstatus als Bürger bzw. Fremde nach sich ziehen würde. So würde die Fremde Neaira in die Sklaverei verkauft werden und Stephanos würde sowohl wegen der vorgetäuschten Ehegemeinschaft eine Geldstrafe bezahlen als auch aufgrund des Täuschungsversuches bei der Verheiratung von Phano seinen Status als athenischer Bürger sowie sein ganzes Vermögen verlieren. Genau diese Frage nach dem rechtlichen Status von Bürgern und Fremden soll in dieser Arbeit genauer beleuchtet werden. Zum einen soll es dabei allgemein um das athenische Bürgerrechtsgesetz und die Rechte und Pflichten von Bürgern und Metöken gehen. Zum anderen sollen die von Apollodoros verwendeten Gesetze im Fall 'Gegen Neaira' analysiert und im Rahmen seiner Klage diskutiert werden. Hierfür werden zusätzlich Informationen zum Charakter einer Gerichtsrede geliefert, die es erleichtern sollen, seine Ausführungen besser einordnen und beurteilen zu können.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike, Note: 1,3, Bergische Universität Wuppertal (Alte Geschichte), Veranstaltung: Griechische Sozialgeschichte, Sprache: Deutsch, Abstract: Um ca. 340 v. Chr. reichte Apollodoros von Pasion über seinen Schwiegersohn Theomnestos eine Schriftklage gegen Neaira ein, welche die Lebensgefährtin seines politischen Gegners Stephanos war. Als Begründung dieser Klage gibt Theomnestos an, dass an Stephanos Rache geübt werden solle, was als akzeptables Motiv für eine Klage angesehen wurde. Hintergrund dafür bildeten eine politisch begründete Feindschaft und vorherige Rechtsstreitigkeiten, durch die Stephanos der Familie des Apollodoros massiv geschadet hat. Die Intention der Rede 'Gegen Neaira' war es das Gericht davon zu überzeugen, dass die Fremde und weitbekannte ehemalige Hetäre Neaira mit dem athenischen Bürger Stephanos in Ehegemeinschaft lebte,was durch ein Gesetz untersagt und strafbar war.5 Durch eine Ehe mit Stephanos soll Neaira ihren Status als Fremde verschleiert haben, um ihren Kindern den Status von athenischen Bürgern zu verschaffen. So behauptet zum Beispiel Apollodoros, dass Stephanos Neairas Tochter Phano als vermeintliche Bürgerstochter ausgegeben hat, um sie mit einem athenischen Bürger zu verheiraten. Apollodoros bezog sich in seiner Rede auf Gesetze, die - falls er seinen Fall gewinnen würde - ernsthafte Konsequenzen für Neaira und Stephanos vor allem in Bezug auf ihren jeweiligen Rechtsstatus als Bürger bzw. Fremde nach sich ziehen würde. So würde die Fremde Neaira in die Sklaverei verkauft werden und Stephanos würde sowohl wegen der vorgetäuschten Ehegemeinschaft eine Geldstrafe bezahlen als auch aufgrund des Täuschungsversuches bei der Verheiratung von Phano seinen Status als athenischer Bürger sowie sein ganzes Vermögen verlieren. Genau diese Frage nach dem rechtlichen Status von Bürgern und Fremden soll in dieser Arbeit genauer beleuchtet werden. Zum einen soll es dabei allgemein um das athenische Bürgerrechtsgesetz und die Rechte und Pflichten von Bürgern und Metöken gehen. Zum anderen sollen die von Apollodoros verwendeten Gesetze im Fall 'Gegen Neaira' analysiert und im Rahmen seiner Klage diskutiert werden. Hierfür werden zusätzlich Informationen zum Charakter einer Gerichtsrede geliefert, die es erleichtern sollen, seine Ausführungen besser einordnen und beurteilen zu können.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Optimiertes Controlling in der Instandhaltung. Die Balanced Scorecard by Christina Gieseler
Cover of the book Welche Anforderungen werden heutzutage an eine Berufsschullehrkraft gestellt? by Christina Gieseler
Cover of the book Die Produktion unterhaltender Fernsehangebote in Deutschland by Christina Gieseler
Cover of the book Lernen und Gedächtnis - Episodisches Gedächtnis und Augenzeugengedächtnis bei Kindern by Christina Gieseler
Cover of the book Neil Postman - Amusing and Informing Ourselves to Death by Christina Gieseler
Cover of the book 'Eins' - Integrales interkulturelles Management by Christina Gieseler
Cover of the book Information asymmetry in principal-agent relationships by Christina Gieseler
Cover of the book Konzernentflechtung. Verlustausgleichsansprüche bei Ende des Vertragskonzerns by Christina Gieseler
Cover of the book Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl - Geburtshelfer der Europäischen Union by Christina Gieseler
Cover of the book Kauf von Unternehmen unter rechtlichen Aspekten by Christina Gieseler
Cover of the book Achtsamkeit im Projektmanagement by Christina Gieseler
Cover of the book Von der Motivationstheorie zur Motivationspraxis by Christina Gieseler
Cover of the book Simulation einer gegebenen Verstärkerschaltung mit Multisim und Gestaltung des Layouts by Christina Gieseler
Cover of the book Vom sanften Tourismus zur nachhaltigen Tourismusentwicklung - ein Überblick by Christina Gieseler
Cover of the book Die Darstellung des Koreakrieges anhand ausgewählter Artikel aus den Jahren 1950 bis 1953 im Nachrichtenmagazin TIME by Christina Gieseler
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy