Nation und Geschlecht auf symbolischer Ebene

Nonfiction, History
Cover of the book Nation und Geschlecht auf symbolischer Ebene by Katja Schmitz-Dräger, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Katja Schmitz-Dräger ISBN: 9783638563017
Publisher: GRIN Verlag Publication: October 30, 2006
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Katja Schmitz-Dräger
ISBN: 9783638563017
Publisher: GRIN Verlag
Publication: October 30, 2006
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte - Sonstiges, Note: 1,0, Universität Hamburg (Institut für Philosophie und Geschichtswissenschaft Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaft Historisches Seminar), Veranstaltung: Hauptseminar: Nation, Geschlecht und Sexualität, 12 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Wenn man Nation als eine kulturelle Imagination begreift, sie also nicht als gegeben annimmt, dann muss auch die Implementierung dieser Vorstellung in der Bevölkerung als Prozess und möglicherweise zielgerichtete Bestrebung wahrgenommen werden. Das gestaltet sich umso schwieriger, je erfolgreicher sie verlaufen ist, denn bei einem allgemein derart verinnerlichten Konzept wie Nation - für Geschlecht gilt das in wohl noch stärkerem Maße - ist die empfundene Ahistorizität hinderlich bei der Feststellung ihrer Anfänge und Intentionen. Für Deutschland gelten die antinapoleonischen Kriege und die mit ihnen einhergehenden Reformen als ein Wendepunkt und Katalysator des deutschen Nationalismus. Auch wenn bereits zuvor die Vorstellung eines originär 'teutschen Nationalcharakters' existierte, wurde dessen integrative (zugleich nach außen abgrenzende) Kraft in der Zeit der 'Fremdherrschaft' durchaus entscheidend verstärkt, zumal Maßnahmen wie die Heeresreform 1813 die breite Identifikation mit dieser Vorstellung auch zusätzlich beförderten. Wie sich das frisch erwachte Nationalgefühl nun, jenseits der klar definierten Ziele wie 'Befreiung' von der 'Fremdherrschaft', konzeptionell ausgestalten sollte, darüber herrschten auch zu Zeiten der gemeinsamen Ziele offenbar durchaus unterschiedliche Auffassungen - die als solche jedoch erst zu Schwierigkeiten wurden, sobald der Nationalstaat aus drei Kriegen hervorgegangen war. Gerade regionale Unterschiede in der Vorstellung der deutschen Einigkeit werden von der Forschung anerkannt; Langewiesche beispielsweise attestiert dem deutschen Nationalismus einen föderativen Charakter ausdrücklich ohne die Forderung nach einem einheitlichen Nationalstaat noch bis weit über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus. Gleichzeitig jedoch unterscheidet man inzwischen nicht mehr zwei Phasen des Nationalismus - eine frühe, liberal-emanzipatorische und die spätere aggressiv-integrale - sondern schreibt dem Nationalismus seit der Französischen Revolution stets beide Tendenzen zugleich zu.

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Geschichte - Sonstiges, Note: 1,0, Universität Hamburg (Institut für Philosophie und Geschichtswissenschaft Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaft Historisches Seminar), Veranstaltung: Hauptseminar: Nation, Geschlecht und Sexualität, 12 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Wenn man Nation als eine kulturelle Imagination begreift, sie also nicht als gegeben annimmt, dann muss auch die Implementierung dieser Vorstellung in der Bevölkerung als Prozess und möglicherweise zielgerichtete Bestrebung wahrgenommen werden. Das gestaltet sich umso schwieriger, je erfolgreicher sie verlaufen ist, denn bei einem allgemein derart verinnerlichten Konzept wie Nation - für Geschlecht gilt das in wohl noch stärkerem Maße - ist die empfundene Ahistorizität hinderlich bei der Feststellung ihrer Anfänge und Intentionen. Für Deutschland gelten die antinapoleonischen Kriege und die mit ihnen einhergehenden Reformen als ein Wendepunkt und Katalysator des deutschen Nationalismus. Auch wenn bereits zuvor die Vorstellung eines originär 'teutschen Nationalcharakters' existierte, wurde dessen integrative (zugleich nach außen abgrenzende) Kraft in der Zeit der 'Fremdherrschaft' durchaus entscheidend verstärkt, zumal Maßnahmen wie die Heeresreform 1813 die breite Identifikation mit dieser Vorstellung auch zusätzlich beförderten. Wie sich das frisch erwachte Nationalgefühl nun, jenseits der klar definierten Ziele wie 'Befreiung' von der 'Fremdherrschaft', konzeptionell ausgestalten sollte, darüber herrschten auch zu Zeiten der gemeinsamen Ziele offenbar durchaus unterschiedliche Auffassungen - die als solche jedoch erst zu Schwierigkeiten wurden, sobald der Nationalstaat aus drei Kriegen hervorgegangen war. Gerade regionale Unterschiede in der Vorstellung der deutschen Einigkeit werden von der Forschung anerkannt; Langewiesche beispielsweise attestiert dem deutschen Nationalismus einen föderativen Charakter ausdrücklich ohne die Forderung nach einem einheitlichen Nationalstaat noch bis weit über die Mitte des 19. Jahrhunderts hinaus. Gleichzeitig jedoch unterscheidet man inzwischen nicht mehr zwei Phasen des Nationalismus - eine frühe, liberal-emanzipatorische und die spätere aggressiv-integrale - sondern schreibt dem Nationalismus seit der Französischen Revolution stets beide Tendenzen zugleich zu.

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Niklas Luhmann - Ökologische Kommunikation und Vertrauen am Beispiel BP by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Die Arbeit der Hartz-Kommission by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Untersuchung zur erdlosen vertikalen Innenraumbegrünung by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Ist Europa ein optimaler Währungsraum? by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Bildungspolitik in Deutschland und Schweden by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Nahrungsergänzungsmittel im Sport. Überblick und Umfrage by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Hat sich die moderne Gesellschaft von ihren Klassen und Schichten verabschiedet? by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Das Controllingkonzept der Polizei by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Faires Streiten trotz Wut im Bauch - Fördermöglichkeiten zur gewaltfreien Konfliktlösung in der 3b der KGS L. by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Lehrerberuf und Lehrerprofil - Gymnasiallehrer und Realschullehrer im Vergleich by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Das SCOR-Modell - Aufbau, Ziele, Diskussionspunkte by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Attention-Deficit-Disorder (ADD, Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom): Phänomenologie - Diagnostik - Therapie by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Corporate Governance bei öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Anthropologie: Psychologische Anthropologie. Eine Einführung by Katja Schmitz-Dräger
Cover of the book Dowry und Brautpreis vor dem Hintergrund der sozialen Stellung von Frauen in Indien by Katja Schmitz-Dräger
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy