'Männlichkeiten' im Migrationsdiskurs

Nonfiction, Social & Cultural Studies, Social Science, Sociology
Cover of the book 'Männlichkeiten' im Migrationsdiskurs by Diana Marija Vrban, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Diana Marija Vrban ISBN: 9783656895596
Publisher: GRIN Verlag Publication: February 11, 2015
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Diana Marija Vrban
ISBN: 9783656895596
Publisher: GRIN Verlag
Publication: February 11, 2015
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Diplomarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter, Universität zu Köln (Humanwissenschaftliche Fakultät), Sprache: Deutsch, Abstract: Dass es ausgerechnet die 'Männlichkeit' sein soll, die Schuld daran trägt, dass allochthone Jugendliche sich kriminell und gewalttätig verhalten, ist gegenwärtig der sich wiederholende Diskurs, welchen die Medien hervorbringen. Ganz gleich, in welcher Zeitung wir gerade lesen oder welches Fernsehprogramm wir wählen, die Bilder sind immer einheitlich präsent: 'Männlichkeit' und Kriminalität scheinen wie ein unsichtbares Band miteinander verbunden zu sein. Polizeiliche Kriminalstatistiken weisen in ihren jährlichen Veröffentlichungen darauf hin, dass es hauptsächlich Männer bzw. männliche Jugendliche sind, die an Gewaltdelikten als Täter oder Opfer beteiligt sind. (vgl. Möller, 2010) In diesem Zusammenhang wird männlich 'mit Junge gleichgesetzt und Gewalt gleich männlich als gegeben vorausgesetzt'. (vgl. Messerschmidt 1993, 1) Eine scharfe Kehrtwende erfährt diese Debatte jedoch, wenn die Kriminalität von jungen männlichen Migranten in den öffentlichen Medien thematisiert wird. Unter dem Schlagwort 'Ausländer-Kriminalität' setzt nun dort eine Debatte ein, wo es eben noch um Kriminalität im Zusammenhang mit 'Männlichkeit' ging. Diese Debatte sieht die 'andere' Ethnizität bzw. Kultur als Begründung für das kriminelle Treiben der jeweiligen Gruppe. Ein Ethnisierungs- bzw. Kulturalisierungsprozess des Problems der Kriminalität von männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden hält somit Einzug in die Thematik. Er schafft eine Kluft zwischen den autochthonen männlichen kriminellen Jugendlichen versus jenen der allochthonen Gruppe. Die Legitimation, den Diskurs hinsichtlich der Kriminalität allochthoner Jugendlichen auch so führen zu dürfen, findet sich u. a. in der Kulturdifferenzhypothese. Diese beschreibt hegemoniale Kulturen im Herkunfts- und Einwanderungsland als grundsätzlich unterschiedlich und von daher grundlegend fremdartig in ihren Bedeutungs- und Deutungssystemen. Folgt man dieser Hypothese in ihrem Ansatz, so ist es die Aufgabe des Migranten bzw. der Migrantin, eine kulturelle Diskrepanz persönlich zu bewältigen. (vgl. Munsch / Gmende / Weber-Unger 2007) Eine Studie nach Pfeiffer und Wetzels aus dem Jahre 2000, welche sich der Frage der allgemeinen Gewaltbereitschaft muslimischer Jugendlicher widmete und den Titel 'Junge Türken als Täter und Opfer von Gewalt' trägt, bediente sich in ihrer Klärung dieses Phänomens der o.g. Kulturdifferenzhypothese und sah diese aufgrund ihrer Forschungsergebnisse wie folgt bestätigt: [...]

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Diplomarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter, Universität zu Köln (Humanwissenschaftliche Fakultät), Sprache: Deutsch, Abstract: Dass es ausgerechnet die 'Männlichkeit' sein soll, die Schuld daran trägt, dass allochthone Jugendliche sich kriminell und gewalttätig verhalten, ist gegenwärtig der sich wiederholende Diskurs, welchen die Medien hervorbringen. Ganz gleich, in welcher Zeitung wir gerade lesen oder welches Fernsehprogramm wir wählen, die Bilder sind immer einheitlich präsent: 'Männlichkeit' und Kriminalität scheinen wie ein unsichtbares Band miteinander verbunden zu sein. Polizeiliche Kriminalstatistiken weisen in ihren jährlichen Veröffentlichungen darauf hin, dass es hauptsächlich Männer bzw. männliche Jugendliche sind, die an Gewaltdelikten als Täter oder Opfer beteiligt sind. (vgl. Möller, 2010) In diesem Zusammenhang wird männlich 'mit Junge gleichgesetzt und Gewalt gleich männlich als gegeben vorausgesetzt'. (vgl. Messerschmidt 1993, 1) Eine scharfe Kehrtwende erfährt diese Debatte jedoch, wenn die Kriminalität von jungen männlichen Migranten in den öffentlichen Medien thematisiert wird. Unter dem Schlagwort 'Ausländer-Kriminalität' setzt nun dort eine Debatte ein, wo es eben noch um Kriminalität im Zusammenhang mit 'Männlichkeit' ging. Diese Debatte sieht die 'andere' Ethnizität bzw. Kultur als Begründung für das kriminelle Treiben der jeweiligen Gruppe. Ein Ethnisierungs- bzw. Kulturalisierungsprozess des Problems der Kriminalität von männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden hält somit Einzug in die Thematik. Er schafft eine Kluft zwischen den autochthonen männlichen kriminellen Jugendlichen versus jenen der allochthonen Gruppe. Die Legitimation, den Diskurs hinsichtlich der Kriminalität allochthoner Jugendlichen auch so führen zu dürfen, findet sich u. a. in der Kulturdifferenzhypothese. Diese beschreibt hegemoniale Kulturen im Herkunfts- und Einwanderungsland als grundsätzlich unterschiedlich und von daher grundlegend fremdartig in ihren Bedeutungs- und Deutungssystemen. Folgt man dieser Hypothese in ihrem Ansatz, so ist es die Aufgabe des Migranten bzw. der Migrantin, eine kulturelle Diskrepanz persönlich zu bewältigen. (vgl. Munsch / Gmende / Weber-Unger 2007) Eine Studie nach Pfeiffer und Wetzels aus dem Jahre 2000, welche sich der Frage der allgemeinen Gewaltbereitschaft muslimischer Jugendlicher widmete und den Titel 'Junge Türken als Täter und Opfer von Gewalt' trägt, bediente sich in ihrer Klärung dieses Phänomens der o.g. Kulturdifferenzhypothese und sah diese aufgrund ihrer Forschungsergebnisse wie folgt bestätigt: [...]

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Kunsthistorische Beweisführung by Diana Marija Vrban
Cover of the book Unterscheidung von Kleinbetragsrechnungen und Rechnungen über ? 150,- incl. USt (Unterweisung Industriekaufmann / -frau) by Diana Marija Vrban
Cover of the book Analyse zu 'Das Fest' von Thomas Vinterberg im erweiterten Kontext von Dogma 95 by Diana Marija Vrban
Cover of the book Solarzellentypen. Umsetzung der Photovoltaik by Diana Marija Vrban
Cover of the book Umsatzsteuer bei Kreditinstituten by Diana Marija Vrban
Cover of the book Jahrgangsübergreifender Unterricht - Eine Chance oder ein Schritt zurück? by Diana Marija Vrban
Cover of the book Die Gewerkschaftsbewegung der Solidarnosc. Auswirkungen auf eine Zeitepoche und Vorbild für die osteuropäische Öffnung by Diana Marija Vrban
Cover of the book The Inquisition - A multi-faceted institution by Diana Marija Vrban
Cover of the book Ideologischer Vergleich der RAF und der Studentenbewegung by Diana Marija Vrban
Cover of the book WTO und E-Commerce by Diana Marija Vrban
Cover of the book Finanzierung typischer Lebenszyklusphasen innerhalb einer Unternehmung by Diana Marija Vrban
Cover of the book Der Dekalog in der heutigen Zeit by Diana Marija Vrban
Cover of the book Skizzieren Sie die wichtigsten ökonomischen, politischen und sozialen Entwicklungen, die zur Entstehung der sozialen Berufe geführt haben. by Diana Marija Vrban
Cover of the book Unbestimmtheit als Grundlage des Goldenen Schnittes by Diana Marija Vrban
Cover of the book Wie bauen wir ein Fahrzeug so, dass es den TÜV besteht? (Mathematik, 1./ 2. Klasse) by Diana Marija Vrban
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy