Der klassische Bildungsbegriff

Nonfiction, Reference & Language, Education & Teaching
Cover of the book Der klassische Bildungsbegriff by Ines Lück, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Ines Lück ISBN: 9783638231060
Publisher: GRIN Verlag Publication: November 20, 2003
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Ines Lück
ISBN: 9783638231060
Publisher: GRIN Verlag
Publication: November 20, 2003
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Pädagogik - Allgemein, Note: 2, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Philosophisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Begriff der Bildung hat sich von der Vergangenheit bis zur Gegenwart stark verändert. Ich beginne mit dem Bildungsbegriff aus heutiger Sicht, der ziemlich verengt zu sein scheint. Als Beispiel möchte ich hier die PISA-Studie anführen. Sie beschreibt Bildung als schulvermittelte Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie misst Bildung am Verständnis von Texten, mathematischem Erfassen und dem Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge. Obwohl im Fokus der Bildungsdiskussion 'heute zunehmend auch soziale Kompetenzen, Sprach- und Kommunikationskompetenz, eine demokratische Grundhaltung und entsprechende Organisations- und Problemlösungsfähigkeiten sowie eine Vielzahl weiterer Fertigkeiten und Fähigkeiten, die zum einen der umfassenden Persönlichkeitsentwicklung und der Lebenskompetenz dienen, zum anderen aber auch eine Voraussetzung zum Wissenserwerb und zur sinnvollen und sozial verantwortungsbewussten Anwendung des Wissens darstellen', stehen, hat dieses Verständnis von Bildung nicht viel mit dem anfänglichen Bildungsbegriff aus dem 18. Jahrhundert gemein (www.kindergartenpaedagogik.de/766.html) Etymologisch gesehen geht der Begriff Bildung ganz einfach auf 'Bild' im Sinne von Abbild zurück. Bildung meint also das genaue Nachzeichnen der Welt. 'Herders Sprachbuch' spricht sogar von Bildung als 'die sichtbare Gestalt, so noch in Körper-, Gesichtsbildung' (1974, S.70) Also Bildung als natürliche Gestaltung aller Menschen. Dazu zählte noch nicht unbedingt der Charakter und bestimmte Fähigkeiten, sondern vornehmlich das Aussehen. Ähnlich wie es in Moritz` 'Anton Reiser' beschrieben ist, von dem noch die Rede sein wird: 'Ganz an dem einen Ende des halben Zirkels stand ein Jüngling mit blassen Wangen von ausnehmend schöner Bildung. - Reiser konnte seine Augen nicht von den seinigen wenden' (Moritz 1980, S.392) Das Wort 'bilden' umschreibt Herder als 'formen, sowohl nachbilden als schöpferisch gestalten, so gebraucht von Gott, den Menschen und der Natur' (Herder 1974, S.71) In dieser Formulierung kommt bereits zum Ausdruck, dass der Mensch sich selbst bilden muss; dies kann kein anderer für ihn übernehmen. [...]

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Pädagogik - Allgemein, Note: 2, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg (Philosophisches Institut), Sprache: Deutsch, Abstract: Der Begriff der Bildung hat sich von der Vergangenheit bis zur Gegenwart stark verändert. Ich beginne mit dem Bildungsbegriff aus heutiger Sicht, der ziemlich verengt zu sein scheint. Als Beispiel möchte ich hier die PISA-Studie anführen. Sie beschreibt Bildung als schulvermittelte Kenntnisse und Fähigkeiten. Sie misst Bildung am Verständnis von Texten, mathematischem Erfassen und dem Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge. Obwohl im Fokus der Bildungsdiskussion 'heute zunehmend auch soziale Kompetenzen, Sprach- und Kommunikationskompetenz, eine demokratische Grundhaltung und entsprechende Organisations- und Problemlösungsfähigkeiten sowie eine Vielzahl weiterer Fertigkeiten und Fähigkeiten, die zum einen der umfassenden Persönlichkeitsentwicklung und der Lebenskompetenz dienen, zum anderen aber auch eine Voraussetzung zum Wissenserwerb und zur sinnvollen und sozial verantwortungsbewussten Anwendung des Wissens darstellen', stehen, hat dieses Verständnis von Bildung nicht viel mit dem anfänglichen Bildungsbegriff aus dem 18. Jahrhundert gemein (www.kindergartenpaedagogik.de/766.html) Etymologisch gesehen geht der Begriff Bildung ganz einfach auf 'Bild' im Sinne von Abbild zurück. Bildung meint also das genaue Nachzeichnen der Welt. 'Herders Sprachbuch' spricht sogar von Bildung als 'die sichtbare Gestalt, so noch in Körper-, Gesichtsbildung' (1974, S.70) Also Bildung als natürliche Gestaltung aller Menschen. Dazu zählte noch nicht unbedingt der Charakter und bestimmte Fähigkeiten, sondern vornehmlich das Aussehen. Ähnlich wie es in Moritz` 'Anton Reiser' beschrieben ist, von dem noch die Rede sein wird: 'Ganz an dem einen Ende des halben Zirkels stand ein Jüngling mit blassen Wangen von ausnehmend schöner Bildung. - Reiser konnte seine Augen nicht von den seinigen wenden' (Moritz 1980, S.392) Das Wort 'bilden' umschreibt Herder als 'formen, sowohl nachbilden als schöpferisch gestalten, so gebraucht von Gott, den Menschen und der Natur' (Herder 1974, S.71) In dieser Formulierung kommt bereits zum Ausdruck, dass der Mensch sich selbst bilden muss; dies kann kein anderer für ihn übernehmen. [...]

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Recht oder Pflicht zur Faulheit - zwischen Utopie und Notwendigkeit by Ines Lück
Cover of the book Das Österreichische Umweltstrafrecht vor und nach der EG-Richtlinie über den strafrechtlichen Schutz der Umwelt von 2008 by Ines Lück
Cover of the book Das Erbe des diktatorischen Zentralismus: Die Wirtschaftspolitik der Sowjetunion und ihre Folgen für Usbekistan by Ines Lück
Cover of the book Stärken- und Schwächen-Analyse des Supply Chain Management-Konzeptes zu den Konzepten Logistikmanagement und Just in Time in der unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette by Ines Lück
Cover of the book Interkulturelle Führung by Ines Lück
Cover of the book Dopingsubstanzen und ihre Wirkungen by Ines Lück
Cover of the book Ist die Existenz der Printmedien durch die neuen Medien bedroht? Eine Widerlegung anhand des Medienereignisses Big Brother by Ines Lück
Cover of the book Due Diligence beim Unternehmenskauf by Ines Lück
Cover of the book Soziale Medizin und HIV. Aufgaben der Sozialmedizin im Umgang mit der Krankheit by Ines Lück
Cover of the book Eine phänomenologische Betrachtung der Berdache. Geschlecht als Konstruktion by Ines Lück
Cover of the book Identität, Individualität, Gesellschaft - Zwischen Differenz und Selbsterzeugung by Ines Lück
Cover of the book Gründe ungleicher Bildungsbeteiligung by Ines Lück
Cover of the book Prinz Eugen von Savoyen und die Türkenkriege by Ines Lück
Cover of the book Johann Bernard Basedow und die Versinnlichungsmethode der Philanthropen by Ines Lück
Cover of the book Case Study on Economical Growth of Indonesia by Ines Lück
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy