Homosexualität(en) in Russland am Ende des 20. Jahrhunderts

Nonfiction, Social & Cultural Studies, Social Science, Sociology
Cover of the book Homosexualität(en) in Russland am Ende des 20. Jahrhunderts by Ilka Borchardt, GRIN Verlag
View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart
Author: Ilka Borchardt ISBN: 9783638141918
Publisher: GRIN Verlag Publication: September 9, 2002
Imprint: GRIN Verlag Language: German
Author: Ilka Borchardt
ISBN: 9783638141918
Publisher: GRIN Verlag
Publication: September 9, 2002
Imprint: GRIN Verlag
Language: German

Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter, Note: sehr gut (1,3), Technische Universität Berlin (Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG)), Veranstaltung: HS: Homosexualität im 20. Jahrhundert, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Semesterarbeit beschäftigt sich mit einem, dem Umfang der Literatur nach zu urteilen, bisher wenig erforschten Thema: 'Bilder von Homosexualität(en) und ihre Realisierung im öffentlichen (Un-) Bewusstsein, 1986 bis 1994'. Ich gehe davon aus, dass Beschreibungen von Sexualitäten nicht nur Vorstellungen von zwischenmenschlichen Beziehungen symbolisieren, sondern auch gesellschaftliche Strukturen beeinflussen. Damit bieten sie eine Grundlage für die Institutionalisierung von Moral-, politischen und ideologischen Vorstellungen, nicht nur in Form von Gesetzen, sondern z.B. auch Verhaltenskodizes. Meine Arbeit beschäftigt sich mit 4 Konnotationen von Homosexualität im (Un-) Bewusstsein der Öffentlichkeit: Arbeitslager, Psychiatrie, AIDS und Feminismus. Ich halte gerade diese vier Punkte für wesentlich, da sie das allgemeine Bild und Vorstellungen von Homosexuellen und deren Leben in der Gesellschaft prägen und bestimmen. So wird z.B. deutlich, dass Arbeitslager und Psychiatrie oft zum Alltag Homosexueller gehörten und somit auf Stereotypen wirkten. Die Frage nach der Frauenbewegung und die Diskussion um AIDS hingegen stellen einen Bezug zu Homosexualität her, der eher von Klischees und Ideen ausgehend auf Realitäten wirkt. Ich versuche zu illustrieren, wie Stereotype und Diskurse in mindestens zweierlei Hinsicht wirken. Einerseits können sie aus Realitäten abgeleitet und zu positiven oder negativen Vorurteilen werden. Andererseits wiederum können sie so große Wirkungsmacht erlangen, dass sie Lebensrealitäten bestimmen. In beiden Fällen finden eine Verallgemeinerung und diskursive Loslösung vom ursächlichen Phänomen statt. Den zeitlichen Rahmen für die Arbeit bildeten folgende Überlegungen: Erst mit dem Durchsetzen von Glasnost' (1985 - 1986) wurde es möglich, sich mit Phänomenen wie Straflagern oder dem Missbrauch von Psychiatrie zu beschäftigen. 1993 wurde der Paragraph 121, die Strafbarkeit einvernehmlichen homosexuellen Verkehrs zwischen erwachsenen Männern, aus dem Russischen Strafgesetzbuch entfernt. Es ist zu vermuten, dass seit der Entkriminalisierung 1993 Homosexuelle öffentlich sichtbarer auftraten und begannen, sich auf legalem Wege politisch zu betätigen, sich zu organisieren. Das wiederum legt auch eine größere Aufmerksamkeit der Gesellschaft gegenüber Homosexuellen und deren Forderungen nahe. Dabei bedeutet 'Aufmerksamkeit' nicht zwangsläufig mehr Toleranz, wie sich zeigen wird. [...]

View on Amazon View on AbeBooks View on Kobo View on B.Depository View on eBay View on Walmart

Studienarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter, Note: sehr gut (1,3), Technische Universität Berlin (Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG)), Veranstaltung: HS: Homosexualität im 20. Jahrhundert, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Semesterarbeit beschäftigt sich mit einem, dem Umfang der Literatur nach zu urteilen, bisher wenig erforschten Thema: 'Bilder von Homosexualität(en) und ihre Realisierung im öffentlichen (Un-) Bewusstsein, 1986 bis 1994'. Ich gehe davon aus, dass Beschreibungen von Sexualitäten nicht nur Vorstellungen von zwischenmenschlichen Beziehungen symbolisieren, sondern auch gesellschaftliche Strukturen beeinflussen. Damit bieten sie eine Grundlage für die Institutionalisierung von Moral-, politischen und ideologischen Vorstellungen, nicht nur in Form von Gesetzen, sondern z.B. auch Verhaltenskodizes. Meine Arbeit beschäftigt sich mit 4 Konnotationen von Homosexualität im (Un-) Bewusstsein der Öffentlichkeit: Arbeitslager, Psychiatrie, AIDS und Feminismus. Ich halte gerade diese vier Punkte für wesentlich, da sie das allgemeine Bild und Vorstellungen von Homosexuellen und deren Leben in der Gesellschaft prägen und bestimmen. So wird z.B. deutlich, dass Arbeitslager und Psychiatrie oft zum Alltag Homosexueller gehörten und somit auf Stereotypen wirkten. Die Frage nach der Frauenbewegung und die Diskussion um AIDS hingegen stellen einen Bezug zu Homosexualität her, der eher von Klischees und Ideen ausgehend auf Realitäten wirkt. Ich versuche zu illustrieren, wie Stereotype und Diskurse in mindestens zweierlei Hinsicht wirken. Einerseits können sie aus Realitäten abgeleitet und zu positiven oder negativen Vorurteilen werden. Andererseits wiederum können sie so große Wirkungsmacht erlangen, dass sie Lebensrealitäten bestimmen. In beiden Fällen finden eine Verallgemeinerung und diskursive Loslösung vom ursächlichen Phänomen statt. Den zeitlichen Rahmen für die Arbeit bildeten folgende Überlegungen: Erst mit dem Durchsetzen von Glasnost' (1985 - 1986) wurde es möglich, sich mit Phänomenen wie Straflagern oder dem Missbrauch von Psychiatrie zu beschäftigen. 1993 wurde der Paragraph 121, die Strafbarkeit einvernehmlichen homosexuellen Verkehrs zwischen erwachsenen Männern, aus dem Russischen Strafgesetzbuch entfernt. Es ist zu vermuten, dass seit der Entkriminalisierung 1993 Homosexuelle öffentlich sichtbarer auftraten und begannen, sich auf legalem Wege politisch zu betätigen, sich zu organisieren. Das wiederum legt auch eine größere Aufmerksamkeit der Gesellschaft gegenüber Homosexuellen und deren Forderungen nahe. Dabei bedeutet 'Aufmerksamkeit' nicht zwangsläufig mehr Toleranz, wie sich zeigen wird. [...]

More books from GRIN Verlag

Cover of the book Karteninterpretation L6706 Saarbrücken-West by Ilka Borchardt
Cover of the book Heilpädagogische Arbeit mit einer Kleingruppe im Regelkindergarten by Ilka Borchardt
Cover of the book Deutsch-Britische Beziehungen am Vorabend des ersten Weltkriegs (1911-1914) aus Sicht des klassischen Realismus sowie der neorealistischen Theorie by Ilka Borchardt
Cover of the book Geschäftsmodelle Spartenkanal, Shopping-Kanal, Call-In-TV by Ilka Borchardt
Cover of the book Das Spanische der in New York lebenden Puertoricaner by Ilka Borchardt
Cover of the book Umweltverhalten und Umweltbewusstsein im Wandel - Zur Aktualität eines Dilemmas by Ilka Borchardt
Cover of the book Herrschaft und Knechtschaft bei Hegel by Ilka Borchardt
Cover of the book Der Airbag. Luftsack, Gasgeneratoren und Sensorik/Elektronik by Ilka Borchardt
Cover of the book Urheberrecht und Plagiat by Ilka Borchardt
Cover of the book 'Die Kultur der Gesellschaft' und 'die Kultur des neuen Kapitalismus' by Ilka Borchardt
Cover of the book Die Evolution des Fahrrads - Von der Laufmaschine zum 'Custom(izing)' Artefakt by Ilka Borchardt
Cover of the book Das chinesische Wirtschaftswunder: Der chinesische Arbeitsmarkt by Ilka Borchardt
Cover of the book Kundenzufriedenheit in Fitness-Studios. Wichtige Definitionen und theoretische Grundlagen by Ilka Borchardt
Cover of the book International Corporate Reporting Lease Accounting by Ilka Borchardt
Cover of the book 'Systemtheorie: Funktional differenzierte Gesellschaft' v. N. Luhmann und K. E. Schorr by Ilka Borchardt
We use our own "cookies" and third party cookies to improve services and to see statistical information. By using this website, you agree to our Privacy Policy